Der Schweinswal - ein kleiner Wal auch an deutschen Küsten

1/15/2019 5:24:53 PM

Der Schweinswal - ein kleiner Wal auch an deutschen Küsten

Vielen Einwohnern Deutschlands ist vielleicht nicht bekannt, daß auch in den deutschen Küstengewässern der Nord- und Ostsee Wale vorkommen - die kleinen Schweinswale

Gewöhnliche Schweinswale (Phocoena phocoena) sind kleine, aber richtige Wale, die im allgemeinen nicht länger als 1,85 Meter werden. Durch ihre kleine Körpergröße sind sie bestens an das Leben in Küstengewässern angepasst. Manchmal werden die kleinen Meeressäuger auch "Braunfische" oder "Kleine Tümmler" genannt. Aristoteles, der große griechische Gelehrte der Antike, soll sie "Meerschweine" genannt haben. So kamen die kleinen Wale zu ihrem deutschen Namen. In deutschen Küstengewässern sind sie besonders im "Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer" anzutreffen, am meisten bei den Inseln Sylt und Amrum.

 

Noch immer kein Schutz für Schweinswale! - Interessanter Artikel auf whales.org!!!

 

Wie erkennt man Schweinswale?

Ihr Körpergewicht beträgt im Durchschnitt etwa 50 bis 60 Kilogramm, und nur äußerst selten werden manche Tiere bis 90 Kilogramm schwer. An Körperlänge erreichen die kleinsten unter den Zahnwalen etwa 1,70 Meter bis 1,80 Meter, manchmal sogar über zwei Meter. Die Weibchen werden etwas größer und schwerer als die Männchen. Bei den besonders seltenen kleinen Ostsee-Schweinswalen werden die Männchen meist nur 1,40 Meter lang, die Weibchen etwas über 1,50 Meter. Meeresforscher vermuten, dass die Tiere eine eigene Unterart bilden. Männchen und Weibchen sind wie bei allen Walen eher schwierig zu unterscheiden. Der Körperbau der kleinen Wale ist eher gedrungen und unterscheidet sich so deutlich von den eher schlank gebauten Delfinen, mit denen sie ja auch verwandt sind.

Greenpeace-Schiff birgt Geisternetze im Sylter Außenriff - auch zum Schutz von Schweinswalen!!!

 

Wie leben Schweinswale?

Der bevorzugte Lebensraum der Schweinswale sind ruhige Meeresküsten im Nordatlantik und Nordpazifik. Selten trifft man sie auf hoher See, sie halten sich lieber in Gewässern auf, die nicht tiefer als 20 Meter sind. Anders als Delfine oder manche Wale springen Schweinswale nicht aus dem Wasser. Beim Schwimmen erreichen sie eine Geschwindigkeit von etwa 22 km/h. Sie tauchen nicht tiefer als 100 Meter und können etwa sechs Minuten unter Wasser bleiben. Oft sind die Tiere zu zweit, manchmal auch alleine unterwegs. Zu größeren Gruppen schließen sie sich überwiegend zur Paarungszeit zusammen. Junge Schweinswale bleiben eine Weile an der Seite ihrer Mutter, wie lange ist bislang nicht bekannt.

Ihre Nahrung besteht überwiegend aus Fischen, vor allem Kabeljau, Plattfischen oder Grundeln, aber auch Tintenfische, Meeresschnecken und Krebse gehören manchmal zu ihrer Beute.Durch die Nahrungsaufnahme von Fischen nehmen sie auch oftmals Parasiten wie Bandwürmer auf.

Nach Delfin-Art verständigen sich die kleinen Meeressäuger durch Klicklaute, die sowohl im Hochfrequenz- als auch im Tieffrequenzbereich liegen. Schweinswale sind völlig ungeeignet für die Haltung in Aquarien oder Delfinarien. Es gibt aber Einrichtungen zur Pflege von verletzten oder gestrandeten Tieren, die dann wieder in Freiheit entlassen werden.

 Portrait eines Schweinswals

 

Wie alt Schweinswale werden können, ist nicht ganz sicher. Meeresbiologen vermuten, daß manche der kleinen Meeressäuger bis zu 20 Jahre alt werden können. Die meisten Tiere erreichen aber nur etwa ein Alter von acht Jahren. An Fressfeinden können größere Haie oder Schwertwale den Schweinswalen gefährlich werden.

Manchmal kommt es vor, daß auch Schweinswale an einer flachen Meeresküste stranden und nur mit menschlicher Hilfe wieder ins Meer zurückgebracht werden können.

Video: Rettung eines Schweinswals

 

Warum sind Schweinswale trotz Jagdverbot gefährdet?

Die Jagd auf Schweinswale ist inzwischen in allen europäischen Staaten verboten, nur im Schwarzen Meer wird den Tieren noch nachgestellt. Die Fischerei ist dennoch auch in Europas Gewässern das größte Problem für die kleinen Meeressäuger, da sie sich oftmals in den dichtmaschigen Netzen verheddern und an Sauerstoffmangel sterben. Ein weiterer Grund für den Rückgang der Schweinswale ist die Verschmutzung der Meere. Schwermetalle lagern sich im Organismus der Tiere ab. Umweltgifte und Ölfilme verursachen Hautkrankheiten und schwächen das Immunsystem der kleinen Wale, so daß sie leichter von Parasiten befallen werden und weitere Krankheiten bekommen können.

Man kann nur hoffen, daß gesetzliche Schutzmaßnahmen besser kontrolliert werden, damit es Schweinswale auch weiterhin gibt - die kleinen Wale an deutschen Küsten.

Hier einige interessante Seiten über Schweinswale

Kleiner Wal in großer Not! - Artikel von Petra Deimer

Schweinswale endlich schützen! von Greenpeace

Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)

Alles über Schweinswale